Traumafachberatung
Was ist ein Trauma?
„Zunächst eine ganz allgemeine, einfache und grundlegende Definition von Trauma: Ein traumatisches Ereignis zeichnet sich dadurch aus, dass es die Verarbeitungsfähigkeit des jeweiligen Menschen übersteigt und üerwältigt, dass also die Möglichkeit des Betroffenen das Ereignis einzuordnen und zu verarbeiten, von der Wucht des Ereignisses vollkommen überwältigt wird.“ (Verena König, Traumatherapeutin)
Traumatische Erlebnisse können z.B. sein
- Missbrauch (körperlicher, seelischer, sexueller oder geistlicher Missbrauch (auch Mobbing)
- Verlust einer geliebten Person (vor allem dann, wenn dieser Verlust plötzlich geschieht)
- Vernachlässigung (z.B. Fehlen von (ausreichend) emotionaler Unterstützung oder der normalen Versorgung, vor allem als Kind)
- existentiell bedrohliche Situationen (wie Kriege, ein Unfall, eine schwere Erkrankung, Flucht oder eine Naturkatastrophe)
- Kündigung
Ob in diesen Situationen eine Traumafolgestörung entsteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist individuell unterschiedlich.

Was passiert bei einer Traumatisierung?
Normalerweise würden wir in schlimmen Situationen je nach Persönlichkeitstyp und Situation kämpfen oder fliehen (fight or flight). Dies ist aber in einer sehr schlimmen Situation für uns nicht mehr möglich, so dass wir alles, was passiert, einfach hilflos über uns ergehen lassen (freeze). „Wenn die Verarbeitungsmöglichkeiten überwältigt werden, dann bedeutet das, dass die betroffene Person in ein Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht und empfundener Lebensbedrohung gestürzt wird.“ (Verena König)
Interessanterweise setzt dann einen Überlebensmechanismus ein, der uns hilft, weiterleben zu können: wir unterdrücken unbewusst bestimmte Gefühle und Gedanken und Erinnerungen an Erlebnisse, die dann quasi wie abgespalten in uns sind, auf die wir erst mal keinen bewussten Zugriff haben- teilweise oder gar nicht.
Das Problem ist: diese Gefühle, Gedanken oder Erlebnisse kommen dann häufig nicht mehr als Erinnerung hoch, sondern als Reaktion, die das alltägliche Leben behindern und das Zusammenleben mit anderen Menschen stören.
Woran kann ich erkennen, ob ich traumatisiert bin?
Manchmal gibt es bewusste Erinnerungen an traumatische Situationen. Oft gibt es allerdings keine oder nur wenige bewusste Erinnerungen daran.
Hier gilt das hilfreiche Zitat von Bessel van der Kolk (Traumatherapeut):
„Ein Trauma kommt als Reaktion zurück, nicht als Erinnerung.“
Zu diesen Reaktionen können u.a.folgende Symptome gehören:
- Ängste oder Panikattacken
- Depressionen
- Identitätsprobleme
- Selbstzweifel, sich selbst wie eine Last fühlen
- Schlafstörungen (mit oder ohne Alpträume)
- Flashbacks
- Vermeidungsverhalten gegenüber Situationen, Menschen, Emotionen
- Starkes Kontrollbedürfnis
- Reizbarkeit oder Impulsdurchbrüche
- Innere Unruhe, hoher Stresspegel
- Nur im Funktionsmodus sein (abgeschnitten von Gefühlen)
- Schmerzerkrankungen
- viele andere Erkrankungen können ihre Ursache in traumatischen Erlebnissen haben (z.B. Süchte, psychotische Störungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen wie Borderline oder andere).
Nach einer traumatischen Erfahrung befindet sich der Organismus in einem dysregulierten Zustand, d.h. diese Erfahrungen spiegeln sich auch im Nervensystem wider.
Wie ich dich unterstütze?
Wir arbeiten an den Dingen zusammen, die deinen Alltag beschweren, und an den Zielen, die du in deinem Leben erreichen möchtest.
Ich nutze dazu:
- einen gut gefüllten „Werkzeugkoffer“, den du kennenlernst- mit vielen Werkzeugen zur Hilfe im Alltag und um Dein Leben wieder aufblühen zu lassen (Ressourcen, Regulation des Nervensystems, Skills, Versorgung von inneren Verletzungen, damit sie heilen können)
- Entdecken von Herzensanteilen: auf Entdeckungsreise gehen und herausfinden, welche Herzensanteile es in dir gibt, evtl. ihre Geschichte und ihre Trigger herausfinden, alte innere, oft destruktive Glaubenssätze, die uns früher gedient haben und heute oft hinderlich sind, entlarven und diese mit Wahrheit und neuer Orientierung ersetzen.
- Dann kannst du deinem Inneren so begegnen, wie du es brauchst.
- Kennenlernen deines wahren, unversehrten Ich und das, was darin an Anlagen und Schätzen verborgen liegt- du kannst zu deiner echten Identität finden!
Traumafachberatung hat als Ziel, dass du wieder bewusst und achtsam leben kannst und gut mit dir selber und anderen umgehen lernst. Nicht mehr Reaktionen aus deinem Inneren bestimmen dich, sondern: Du kannst (wieder) bewusst leben, fühlen, denken und handeln.
Übrigens: Gerne biete ich in den Traumafachberatungen an, sie mit Gott zu gestalten (siehe Infos zur TraumaSeelsorge) und dabei auch viele Schätze des christlichen Glaubens zu entdecken. Ich glaube zutiefst, dass von Jesus die tiefste Heilung und Wiederherstellung ausgeht. Und dass bei ihm die Fülle des Lebens zu finden ist.
Bei Interesse deshalb: herzliche Einladung dazu!